Hannover 96 - Berichte


Mein Bericht vom Spiel Hannover 96 - Energie Cottbus:


Einer stressigen Woche folgte am Freitagabdend endlich wieder ein Fußballspiel. Ein Fußballspiel? NEIN! Wenn Hannover 96 gegen Energie Cottbus spielt ist das mehr als nur Fußball. Da kommen Erinnerungen hoch vom Aufstiegsduell 1997, als in Cottbus Energie-Fans 96 Spieler aufs übelste anpöbelten, bewarfen und bespuckten, als Ziegelsteine in den 96-Block flogen und als plötzlich, zu dem Zeitpunkt als 96 aufgestiegen wäre, das Flutlicht ausgeknipst wurde. Es war ein Haßspiel und seit diesem Spiel ist Cottbus ein rotes Tuch für jeden HSV-Fan! So gab es auch vor dem Spiel einige Reibereien. Als wir z.B. zu dritt in Richtung Fanblock schritten, kam aus einem Cottbusser Grüppchen ein Energie-'Fan' und meinte: "Ihr seid doch auch solche Asylanten, oder?". Woraufhin wir erwiderten, daß wir wenigstens in Deutschland leben würden. Zum Glück stand die Polizei bereit sonst hätte es bereits zu diesem Zeitpunkt böse enden können. Etwa 800 kamen aus Cottbus und der Rest im Stadion wollte sehen wie Stromlos Cottbus mit einer Niederlage nach Hause geschickt würde! Um 19.00 Uhr ging es dann auch endlich los... das 'Fußballspiel'
Zum Spiel:
Das Spiel begann, war 35 Sekunden alt und schon fand der Jubel kaum ein Ende. Daniel Stendel hatte nach einem tollen Paß von Morad Bounoua ins kurze Eck getroffen. Einen besseren Start kann es kaum geben. Dieses Tor war der Auftakt eines Wahnsinnsspiels! Hannover spielte engagiert gegen den Erzfeind und zeigte gleich wer Herr im Niedersachsenstadion ist. Helbig hatte nach 6 Minuten eine Zufallschance zum Ausgleich. Er verstolperte allerdings. In Minute 12 dann die erste Ecke für 96. Markus Kreuz läuft an, schlägt den Ball in die Mitte, Bastian Reinhardt steigt hoch und: 2:0! Was für ein Auftakt! 96 spielte die Lausitzer an die Wand und man musste sich fragen wer denn hier um den Auf -und wer um den Abstieg spielt! Jetzt folgte ein ähnlicher Chancenmarathon wie gegen Chemnitz. Kehl, Cherundolo, Kobylanski und Reinhardt hatten tolle Einschußmöglichkeiten. Die beste Möglichkeit hatte allerdings Altin Lala. Daniel Stendel hatte ihn wunderschön, freistehend vor dem Tor von Piplica bedient. Lala schloß aber nicht konsequent ab. Das Spiel von Hannover erinnerte nun an die letzte Saison als man zu Hause fast jeden Gegner an die Wand spielte. Cottbus hatte noch einige Konterchancen durch Franklin, spielte allerdings Schlafwagenfußball! Zur Halbzeit stand es dann auch standesgemäß 2:0 in einem tollen Spiel der Roten!
Die zweite Halbzeit begann für Cottbus leider genauso wie die erste für 96. Nach einem Blackout in Hannovers Abwehr markierte Franklin aus Abseitsverdächtiger Position das 1:2 Anschlußtor. 96 ließ sich durch diesen Paukenschlag etwas aus dem Konzept bringen und Torwart Sievers mußte im Folgenden oftmals in allerhöchster Not retten. Nach einer Stunde wurde dann aber wieder der alte Abstand hergestellt. Nach Paß von Altin Lala, stürmte der überragende Andrzej Kobylanski allein aufs Cottbusser Tor zu und krönte seine Superleistungen der letzten Wochen mit dem 3:1. Das ganze Stadion nun in einem Freudentaumel, doch leider spielte die hannoversche Abwehr wie so häufig Tag der offenen Tür und erzielte Matyus im direkten Gegenzug das 2:3. So wurde das Spiel bis zur letzten Sekunde zur Zitterpartie! Hannover konterte nun im eigenen Stadion und Cottbus versuchte ziemlich konzeptlos aber durch die löchrige 96-Abwehr begünstigt den Ausgleich zu markieren. Die größte Chance für die Gäste vereitelte Jörg Sievers, als er den eingewechselten Antun Labak allein vorm Tor am Schuß hinderte. Die Konterchancen der Roten durch Stendel und Lala brachten zwar keinen Torerfolg mehr, doch es blieb schließlich beim hochverdienten 3:2 Sieg. Durch diesen dreifachen Punktgewinn hat sich Hannover 96 wohl aus dem Abstiegskampf verabschiedet. Unterm Strich steht eine beeindruckende Leistung der Roten mit den überragenden Stendel, Kobylanski und Linke!
Trotz der Haßerfüllten Atmosphäre im Stadion war die Stimmung unter den 12211 Besuchern sehr gut. Natürlich wurde der Gast aus Brandeburg beschimpft und niedergemacht aber im Vordergrund stand die tolle Leistung und der Sieg der eigenen Mannschaft. Wenn ein solcher Sieg dann natürlich ausgerechnet gegen Cottbus gelingt ist die Stimmung umso besser und so konnte auch mir keiner die Stimmung versauen, denn es war einfach ein geiler Abend. Wenn Cottbus zum Aufstieg am Ende diese Punkte fehlen würden, dann wäre es natürlich nochmal so geil, denn dann hätten wir Cottbus und vor allem Eduard dem Geyer auchmal den Aufstieg versauen können. Am Rande sei noch gesagt, daß das Flutlicht das gesamte Spiel über einwnandfrei funktioniert!
Bis zum nächsten Bericht vom Spiel in Karlsruhe, C.B.