Bericht Nr. 32

Hannover 96 - MSV Duisburg
Eine Karte, die sicherlich keinen Ehrenplatz bekommt... Karte Nach dem tollen Pokalspiel vom Mittwoch ging es bereits am Samstag zum nächsten Heimspiel. Beim Sieg gegen Rostock hat die Mannschaft viel Kraft gelassen, trotzdem sollte gegen den Tabellenfünfzehnten Duisburg ein Sieg her, auch weil der MSV ebenfalls Mittwoch in Lübeck über 120 Minuten gehen musste.
Entsprechend tippten wir (vier) auf deutliche Heimsiege. Um 15 Uhr ging es los im Niedersachsenstadion.
Das Siegerteam vom Mittwoch stellte Trainer Ehrmantraut um. Im Tor stand wie jetzt wieder gewohnt Jörg Sievers. Den Liberoposten übernahm nach 2 Spielen wieder Fahed Dermech. Manndecker waren Oliver Schäfer und Pokalheld Danijel Stefulj. Das defensive Mittelfeld wurde einzig von Carsten Linke bekleidet. Im Mittelfeld spielten, neben den zwei Spielmacher Däbritz und Simak, Altin Lala und Michél Dinzey. Den Sturm bildeten Igoris Morinas und Daniel Stendel ein Paar.
Los ging es mit einer Großchance für Daniel Stendel. Zwischen zwei Duisburgern durch zog der Mittelstürmer aus 13 Metern ab. Der Ball flog allerdings genau in die Mitte so, daß Stauce im MSV-Tor problemlos abwehrte. Nur wenige Minuten später war es erneut Stendel, der frei vorm Kasten der Zebras zum Schuß kam. Leider verzog der Stürmer aus nur 9 Metern erneut und der Ball flog deutlich über den Kasten. Nach ca. 10 Minuten die dritte Großchance für Stendel. Auf der halblinken Position stürmt der 4-Tore-Mann zum Ball, sein Lupfer landet jedoch wieder am MSV-Keeper. Nur 5 Minuten später ist es wieder Stendel, der eine Riesenchance vergibt und aus 13 Metern über den Kasten zielt. Nach 20 Minuten war es erstmal vorbei mit den Chancen. Daniel Stendel hätte den Absteiger bereits aus dem Stadion schießen müssen, der Sturmführer der Roten steckt aber endgültig in einer tiefen Formkrise! Zu nervös wirkt Stendel derzeit vorm Tor, kein überlegter Schuß wird gesetzt, alle Bälle werden mit Vollspan verzogen. Da außer Stendel kaum jemand zu Tormöglichkeiten im 96-Team kommt, ist zu hoffen, daß der beste Torschütze der letzten Saison schnell wieder zu seiner Form findet. Bis zur Pause passierte nichts mehr auf dem Platz. Die Stimmung unter den insgesamt 13737 Zuschauern war bis hierhin durchschnittlich. Die 300 mitgereisten Duisburger waren 45 Minuten lang überhaupt nicht zu hören und fielen nur durch einen Bengalo kurz nach dem Anpfiff auf.
Für die zweite Halbzeit konnte man Tore erwarten, daß 96 knapp 90% aller 2.Liga-Tore in Hälfte 2 erzielt. Das was dann passierte sah aber gar nicht erwärmend aus! Nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff hatte Sercan Güvenisik eine Großchance für den Gast. Jörg Sievers wehrte gegen den einsamen Stürmer aber toll ab! 4 Minuten nach dieser Szene gipfelte die ohnehin schon schwache weil inkonsequente Leistung des Schiedsrichters in einer spielentscheidenden Szene! Altin Lala wird von einem Duisburger klar gefoult, setzt aber nach und fällt durch den rutschigen Boden im Strafraum neben Hans Sarpei um. Der MSV-Mittelfeldspieler nutzt die Möglichkeit für eine seiner zahlreichen Schwalben und holt so einen Elfmeter heraus. Klasse her Kammerer! Soetwas Blindes gibt es selbst im Niedersachsenstadion selten! Also Elfmeter und Tor durch Marijan Kovacevic! Im direkten Gegenzug wird Igoris Morinas im Elfemeterraum umgerissen. Ein Pfiff bleibt natürlich aus! Wenig später hat Daniel Stendel erneut die Riesenchance zum Ausgleich. Sein Flachschuß ist aber kein Problem für den starken Stauce! Das Spiel war jetzt auf den Kopf gestellt und verflachte enorm. Gegen das Abwehrbollwerk sah 96 alt aus. Nico Däbritz musste bereits kurz vor der Pause verletzt raus und sein Kollege Jan Simak spielte unterirdisch. Bis zur 65.Minute dauerte es, bis Daniel Stendel wieder allein vor Gintaras Stauce steht uns scheitert. Ein sehr bitteres Spiel. Duisburg hat jetzt Platz zu kontern, doch die bislang einzig daraus resultierende Möglichkeit durch Sarpei vereitelt erneut der starke Sievers. Blind rannten die Hannoveraner jetzt an ohne jedoch gefährlich zu werden. Es war ein Spiel, daß an viele Auftritte der letzten Saison zu Hause erinnerte. Klare Überlegenheit aber ganz schwache Chancenauswertung. Das sind wirklich Spiele bei denen man verrückt werden kann. In der 73. Minute war der Tag dann ganz gelaufen. Carsten Linke legte einen Ball unglücklich auf Gustav Policella vor, der Linienrichter zeigt Abseits an und verwirrt so die Abwehr. Der Stürmer machte sein Tor trotzdem er von Sievers noch gut abgedrängt wurde, 0:2! Durch schöne Schüsse von Bounoua und Molata (kam für Simak) kam 96 zwar noch zu Chancen, doch es blieb bei der 0:2-Heimschlappe.
Hannover scheiterte an der schlechten Chancenauswetung von Stendel, der zu geringen Übersicht und Cleverness im Mittelfeld, am blinden Schiedsrichter (Note 7, zurück in die Kreisklasse) und nicht zuletzt an den bisher auswärts sieglosen aber abgebrühten Duisburgern, die nach dem Spiel Grund zum Feiern hatten. Die Mannschaft von Hannover 96 wurde nach dem Spiel auch gefeiert von den echten Anhängern die gesehen haben, daß das Team bis zum Letzten gekämpft hat! Wer das Stadion frühzeitig verließ muß, wenn es nach mir geht, auch nicht wiederkommen! Am Ende war, und das ist für hannoversche Verhältnisse nicht normal, die Stimmung im Stadion trotz 0:2 hervorragend! Es tut sich was in Hannover...
Nun fahren wir nach mainz und hoffen, daß das Team bis dahin wieder eholt ist und freier aufspielt. Wenn dann wieder gepunktet wird, sieht's doch schon wieder sehr gut aus!

Hannover 96

Hannover 96

MSV Duisburg

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