Hannover 96 - Berichte


Mein Bericht vom Spiel Hannover 96 - 1.FC Köln:


Gleich nach der Arbeit pilgerten wir ins Stadion um euphoriegeladen einen Heimsieg zu sehen. Ganz so blauäugig wie viele der Erfolgsfans sind wir aber, nach langen Jahren des 96-Fandaseins, längst nicht mehr und so wissen wir, daß gerade die wichtigen Spiele vor großer Kulisse oft in die Hose gingen. Die Tipps waren sehr unterschiedlich. Einige rechneten mit einem Unentschieden, andere mit einem knappen Heimsieg. Der Aufstieg war natürlich auch ein Thema. In den Prognosen stimmten aber vor allem die Spiele in Oberhausen und Stuttgart bedenklich! Man hoffte jedenfalls auf den Aufstieg, glaubte aber nicht wirklich daran! Bereits 1-2 Stunden vorm Spiel war das Stadion einigermaßen gut gefüllt und man spürte, daß dies ein besonderes Spiel würde. Bis zum Anpfiff vergingen jedenfalls ewig erscheinende Minuten. Als es dann losging waren alle bis aufs Äußerste gespannt!
Hannover spielte in der Abwehr mit Libero Baschetti, der den verletzten Kehl ersetzt, und den Manndeckern Reinhardt und Stefulj. Das Mittelfeld war mit Kreuz, Blank und Bounoua bereits sehr offensiv ausgerichtet. Den Part vdes gesperrten Carsten Linke sollte Harald Gärtner übernehmen. Der Drei-Mann-Sturm setzte sich wie bei allen der letzten Heimspiele aus Kobylanski, Lala und Stendel zusammen. 96 begann dem Anlass entsprechend und erzielte bereits nach 57 Sekunden das 1:0! Andrzej Kobylanski setzte sich in der Mitte gegen zwei Kölner durch und erzielte aus etwa 14 Metern das so wichtige frühe Tor. Es ging in diesem Spiel um sehrviel für die Roten und so kämpfte die Mannschaft auch von der ersten Minute an um jeden Ball. Das 2:0 von Daniel Stendel nach 7 Minuten war da nur folgerichtig! Stendel kam auf Paß von Lala über die rechte Seite und schoß von dort aus mit voller Wucht an Torwart Pröll vorbei ins gegnerische Tor. Auch nach dem 2:0 steckten die 96er keinen Deut zurück und machten weiter Wahnsinnsdruck. Jeder Spieler mit rotem Trikot suchte den Abschluss. Ein Freistoß von Kreuz landete nach Parade von Pröll nur knapp über dem Tor. Nach etwa 30 Minuten schaltete der HSV-Zug dann einen Gang zurück und der FC kam durch seine unglaubliche Ballsicherheit zu einigen Chancen. Nachdem Sichone fast ein Eigentor schoß, wachte der Gast richtig auf. Vor allem Dirk Lottner leitete gefährliche Gästeangriffe ein. Lottner war es dann auch, der nach einem Paß von außen, Bounoua hätte hier energischer zum Mann gehen müssen, das 1:2 Anschlußtor erzielte. Zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt kurz vor der Pause kamen die Kölner also nocheinmal heran. Im Gegenzug hätte Daniel Stendel dann denalten Abstand wieder herstellen müssen! Er vergab aber alleinstehend vorm FC-Tor. Mit 2:1 und nach einem Wahnsinnsspiel in Hälfte eins ging es in die Pause.
Die Stimmung im Stadion war unglaublich nach dieser Halbzeit. Viermal machte die Welle ihre Runde, wobei sogar die Kölner für die es eigentlich um nichts mehr geht, positv auffielen und mitmachten. Nach den frühen Toren und den vielen Chancen für Hannover konte man der Euphorie kaum noch Abbruch tun. Jeder der Fans im Rund des Niedersachsenstadions dachte nun an den Aufstieg. Ich muß aber ehrlich zugeben, daß ich aufgrund der starken Kölner, des sehr kräfteraubenden Powerplays und aufgrund der unsicher wirkenden Abwehr ein mulmiges Gefühl hatte! Nach einer Viertelstunde ging es jedenfalls weiter auf dem Rasen.
Hannover begann wieder wie die Feuerwehr. Erneut Daniel Stendel hatte das frühe Tor zum 3:1 kurz nach der Pause auf dem Fuß. Er versuchte den Ball allerdings zu schieben, ein Querpaß oder ein Hammer wie beim 2:0 wären angebrachter gewesen. 96 machte weiter Druck, die Kölner hatten aber immer wieder gefährliche Situationen wie beim Fernschuß von Hauptmann den Sievers bravourös rausfischte. Das Spiel wurde jetzt offener. Riesenchancen auf beiden Seiten und Ecken im Überfluss waren das Ergebnis. Nach 65 Minuten kam dann Kreuz im 16er an den Ball, kurze Drehung, Schuß! Der Ball wird abgewehrt doch Lala schießt im Nachschuß unhaltbar ein. Die Freude von Lala war wohl doppelt groß, da sein klares Handspiel im Strafraum zuvor nicht geahndet wurde. 96 wurde jetzt langsam träge. Man merkte der Mannschaft an, daß sie zu Begin überpowert hatte. Oft kamen die HSV-Spieler einen Schritt zu spät. 3 Minuten nach dem 3:1 konnte dann der eingewechselte Carsten Cullmann, der in der letzten Partie in Hannover beim 1:6 noch seinen schwärzesten Tag erlebte, völlig unbedrängt zum erneuten Anschluß einköpfen. Dem Anschluß folgte dann postwendend der Ausgleich. Praktisch identische Szene und diesmal steht Thomas Cichon, bei den beiden 96-Toren in Hälfte eins noch von der Rolle, bereit und köpft ein. Jetzt brach die Abwehr völlig auseinander. Stehend K.O. musste Hannover zusehen wie Alexander Voigt einen Weitschuß direkt ins Torkreuz versenkte. Nach dem 3:5 von Kurth war das Spiel dann endgültig gelaufen und ein Tag wie man ihn nicht beschreiben kann geht zu Ende... Der Aufstieg dürfte jetzt, trotz guter Leistung, kein Thema mehr sein. 96 nach diesem Spieltag auf Platz 7 mit 43 Punkten.
Trotz der herben Niederlage war die Stimmung sehr gut! Man merkte, daß die Mannschaft von Horst Ehrmantraut kämpfte und alles gab. Aus diesem Grund bin ich Stolz auf Hannover 96 und sage allen Erfolgsfans: Verpisst euch, wir haben auch ohne euch 5 Siege in Folge gepackt! An die Kölner herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg und Gratulation dazu, daß sie teilhaben durften an dem besten Spiel der gesamten Zweitligasaison! Ich muß ehrlich sagen, daß ich nach diesem Spiel völlig fertig bin und, daß mich mein Gefühl (leider) bestätigen musste...
Gruß, C.B. und bis Oberhausen!